Deutschland solle vor April 2021 mit der Coronavirus-Impfung beginnen, sagt Gesundheitsminister

Deutschland sollte in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 in der Lage sein, Menschen gegen das Coronavirus zu immunisieren, sagte der Gesundheitsminister des Landes, Jens Spahn. Der Impfstoff würde nur denen verabreicht, die ihn wollen.

Während Deutschland noch auf die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs durch seine Forscher wartet, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag voraus, dass eine Impfaktion nur noch wenige Monate entfernt sei.

“Aus heutiger Sicht, am 12. Oktober, gehe ich davon aus, dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können”, sagte er. Er betonte, dass die Impfung freiwillig sei. Die deutschen Behörden planen, die Impfbemühungen mit Risikogruppen zu beginnen, beispielsweise mit Menschen, die unter bereits bestehenden Erkrankungen leiden, älteren Menschen, Beschäftigten im Gesundheitswesen und Pflegeheimmitarbeitern.

Während Russland im August einen Coronavirus-Impfstoff registrierte, stieß die Ankündigung bei Wissenschaftlern auf der ganzen Welt auf Skepsis. Die USA, China und mehrere andere Länder verfolgen ebenfalls ihre eigenen Versionen des Impfstoffs. Im vergangenen Monat sagte die WHO, dass sie keinen Impfstoff befürworten würde, bevor nachgewiesen werden kann, dass er sicher und wirksam ist.

Deutschland investiert außerdem Hunderte Millionen Euro in medizinische Forschungsunternehmen, um die Impfstoffentwicklung voranzutreiben.

Im September äußerten sowohl Spahn als auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die Hoffnung, dass die Impfungen in den ersten Monaten des nächsten Jahres beginnen würden. Spahn sprach am Montag per Videolink mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo und sagte, er stehe zu dieser Vorhersage. Er schien auch nicht besorgt über Impfstoffmangel zu sein und wies auf viele konkurrierende Projekte zur Entwicklung des Produkts hin. “Wenn alle Pferde die Ziellinie erreichen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben”, sagte er.

Das Coronavirus hat nach Angaben der in den USA ansässigen Johns Hopkins University bisher weltweit über 1 Million Menschen getötet, darunter rund 9.600 in Deutschland.

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