Putins ‘eigene Geisel’: Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich bei ihrem Operndebüt

Die Nobelpreisträgerin für Literatur im Jahr 2015, Svetlana Alexievich, sprach mit Reportern über ihr Operndebüt in Stuttgart. und warum Demokratie in der Ukraine möglich ist, nicht aber in Russland.
Russland ist ein Land, in dem sich die Geschichte im Kreis zu drehen scheint. Aufruhr und dann Stille, Konflikte tauchen auf durch Revolutionen und Diktaturen, die von kurzer Ruhe durchsetzt sind. Das Hinterfragen der russischen Vergangenheit kann Einblicke in die Gegenwart und die Zukunft des Landes gewähren.
Dies war der Ansatz des großen Dichters Alexander Puschkin vor 200 Jahren, dessen Drama Boris Godunow im Aufruhr des frühen 17. Jahrhunderts spielt. Der Held, ein Zar namens Boris, besteigt brutal den Thron. Am Ende ist er ein Opfer seiner Machtgier, die seine Familie und das ganze Land in eine Katastrophe stürzt.
Ein halbes Jahrhundert nach Puschkin verwendete der Komponist Modest Mussorgsky die Geschichte für seine Oper Boris Godunov. Jetzt wurde in der Stuttgarter Oper eine neue Oper nach Mussorgskys Vorlage von dem russischen Regisseur Sergej Newski uraufgeführt. Das Libretto der einstündigen Oper basiert auf dem Buch Secondhand Time von einer der führenden belarussischen Literaturstimmen, Svetlana Alexievich. Im Jahr 2015 gewann sie den Nobelpreis für Literatur für das Werk, das in der postsowjetischen Zeit der neunziger Jahre angesiedelt ist, einer turbulenten Epoche, die oft mit der Godunov-Ära verglichen wird.

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