Gerichtsurteil: Antisemitische Kunst kann an der Kirchenfassade verbleiben

Ein Bezirksgericht entschied, dass das anstößige mittelalterliche Kunstwerk Teil eines UNESCO-Weltkulturerbes ist und nicht angefasst werden darf. Die Stadtkirche in Wittenberg war die erste Kirche, die eine Messe auf Deutsch statt auf Latein hielt.
Ein antisemitisches mittelalterliches Kunstwerk, das gemeinhin als “Judensau” bekannt ist, kann an der Wand der Stadtkirche in der ostdeutschen Stadt Wittenberg verbleiben, die am Dienstag vom Amtsgericht entschieden wurde. Der Fall war von einem Mitglied der örtlichen jüdischen Gemeinde vorgebracht worden. “Judensau” – ein sehr beleidigender Begriff – war in mittelalterlichen Kirchen in Deutschland und anderen europäischen Ländern üblich.
Das Amtsgericht in Naumburg argumentierte, dass die Skulptur Teil des antiken Gebäudes ist, das ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und daher nicht gestört werden kann. Die Judensau in Wittenberg ist ein Relief und befindet sich seit 1305 an der Fassade der Stadtkirche. Sie zeigt einen Rabbiner und andere Juden unter einem Schwein mit einer Inschrift auf Hebräisch in Kauderwelsch.

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