Die Bundesliga ist die beste Liga der Welt – aber sie steht am Scheideweg

Die deutsche Top-Liga ist die stimmungsvollste, sozialste und fanfreundlichste Liga in Europa. In diesem Jahr gibt es auch das nächste Titelrennen. Die Bundesliga muss sich aber auch entscheiden, was sie sein will.
Am Freitagabend im Kölner Vorort Ehrenfeld genoss eine Gruppe englischer Fußballfans ein Konzert vor einem Wochenende voller Bundesliga-Action.
Am Samstag reisten sie nach Dortmund, um sich Hunderten anderer britischer Fans anzuschließen, die nach Angaben des Vereins an jedem Heimspiel von Borussia Dortmund teilnehmen. Am Sonntag ging es dann zurück nach Köln, um Freiburg zu besuchen.
Sie wären nicht enttäuscht gewesen, denn beide Spiele lieferten die Zutaten, die ausländische Besucher jedes Wochenende in deutsche Stadien locken: günstige Eintrittskarten, Stehplätze, laute Stimmung und ein Getränk auf der Tribüne mit Freunden.
In Dortmund war die Vereinslegende Neven Subotic den Tränen nahe, als er zur vollen Zeit vor der hoch aufragenden Gelben Mauer stand und 24.000 Fans seinen Namen rezitierten, obwohl er das rote Trikot des Gegners Union Berlin trug. In Köln führte ein weiteres Full House das wöchentliche Ritual durch, Loyalität gegenüber ihrem Club zu schwören, und versprach, mit ihnen “durch das Feuer zu gehen, wenn wir müssen”, wie es heißt. Freitagnacht gab es in Berlin ähnliche Szenen, in denen 8.000 Menschen unterwegs waren Die Fans von Schalke zeigten ein riesiges Banner mit der Aufschrift “Eingetragener Verein”. Der Ausdruck “Unsexy” bedeutet in etwa “eingetragener Verein” und bezieht sich auf die Sektion eines deutschen Fußballvereins, in der sich die stimmberechtigten Mitglieder befinden. Bei Schalke waren es über 160.000.

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