Merkel trifft Erdogan inmitten regionaler Spannungen

Bei einem kurzen Besuch plant Bundeskanzlerin Merkel, mit Präsident Erdogan verschiedene Themen zu besprechen, von regionalen Konflikten bis hin zu Menschenrechtsfragen. Die deutsche Politik ist der Ansicht, dass ein kontinuierlicher Dialog von entscheidender Bedeutung ist.
Deutschland und die Türkei waren sich in letzter Zeit selten einig, aber die Instabilität im Nahen Osten und in Nordafrika gibt beiden Ländern zunehmend Anlass zur Sorge. Das Offenhalten von Dialogkanälen und die Zusammenarbeit sind entscheidend für die Bewältigung wachsender Konflikte in der Region. Für die Bundesregierung ist die Möglichkeit einer neuen Flüchtlingswelle eines der Hauptanliegen. Dies macht die Türkei weiterhin zu einem wichtigen Akteur in der Region, mit dem sich Merkel abfinden muss.
Sowohl die Inhaftierung deutscher Staatsbürger als auch der Fall von Rechtsanwalt Yilmaz S., der mehr als 20 Jahre als Berater für die deutsche Botschaft in Ankara tätig war und derzeit wegen des Vorwurfs der “Spionage” inhaftiert ist, sind schwierige Fragen zwischen den beiden Ländern Ebenso wie angebliche Menschenrechtsverletzungen gegen Aktivisten und Politiker durch türkische Behörden.
Erdogans Unterdrückung der Opposition mit willkürlichen Festnahmen und mangelnder richterlicher Unabhängigkeit wird von der deutschen Regierung als wichtiges Hindernis für die Normalisierung der bilateralen Beziehungen angesehen. Während ihres Besuchs wird Bundeskanzlerin Merkel auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Anwälten zusammentreffen, um sich aus erster Hand über die aktuelle Situation zu informieren.

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