Brasilien: TÜV SÜD wegen Dammkatastrophe angeklagt

Ein brasilianisches Gericht hat vor einem Jahr den deutschen Wirtschaftsprüfer TÜV SÜD und den brasilianischen Bergbaugiganten Vale wegen ihrer Rolle beim Einsturz eines Vale-Staudamms angeklagt. Die Katastrophe war einer der tödlichsten Bergbauunfälle der Welt.
Die brasilianische Staatsanwaltschaft hat Mitarbeiter des multinationalen Bergbauunternehmens Vale und des deutschen Wirtschaftsprüfers TÜV SÜD wegen Mordes und Umweltverbrechen im Zusammenhang mit dem tödlichen Einsturz des Staudamms angeklagt, bei dem im vergangenen Jahr mehr als 200 Menschen ums Leben kamen.
Am Dienstag gaben Staatsanwälte von Minas Gerais bekannt, sie hätten 16 Personen angeklagt, die für Vale oder TÜV SÜD gearbeitet hatten. Der damalige Geschäftsführer von Vale, Fabio Schvartsman, gehörte zu den Angeklagten, wie aus dem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Anklageschrift hervorgeht. William Garcia Pinto Coelho, ein Staatsanwalt der Task Force, der die Ermittlungen durchführte, sagte, dass sie “eine beträchtliche Menge an Beweisen gesammelt haben, die belegen, dass der Präsident (Schvartsman) das Risiko nicht nur über den B1-Damm kennt, sondern auch über verschiedene Dämme mit inakzeptablen Sicherheitssituationen unter der Leitung von Vale. Der Beweis ist robust.”
Zehn weitere Mitarbeiter von Vale und fünf Mitarbeiter von Tuv Sud wurden ebenfalls angeklagt. Bei einem Schuldspruch könnte der Angeklagte zu Gefängnisstrafen zwischen 12 und 30 Jahren verurteilt werden.

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