Hoffnungsschimmer für die Diplomatie der alten Schule

Die deutsche Politik kämpft seit vielen Jahren darum, mehr Verantwortung auf der Weltbühne zu übernehmen. Besser gesagt, Verantwortung zu übernehmen, die zu Deutschlands Rolle als führendes Industriekraftwerk und zentraler Kraft im Herzen Europas passt. Es ist oft unklar, was das überhaupt bedeutet. Größere militärische Stärke? Kaum. Das historische Erbe Deutschlands setzt hier klare Grenzen. Aber als Kraft, die klassischen diplomatischen Akten mehr Gewicht verleiht? Das kann Deutschland.
Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte am Sonntag in Berlin Präsidenten aus Frankreich, Russland, der Türkei und Ägypten. Sie begrüßte Ministerpräsidenten aus Großbritannien und Italien. Die USA entsandten einen Staatssekretär und Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Europäischen und der Afrikanischen Union kamen ebenfalls.
Die Quelle all dieser Aufregung, Libyen, war ebenfalls anwesend, vertreten durch seine beiden kriegführenden Fraktionen – die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung von Fayez al-Sarraj und General Khalifa Haftar, dessen Armee derzeit große Teile des Landes kontrolliert.

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