Stummer Vermittler der Friedensbemühungen auf der ganzen Welt

Libyens Kriegsparteien und ihre verschiedenen internationalen Unterstützer haben sich in Berlin getroffen. Eine solche öffentliche Diplomatie ist für Deutschland ein ungewöhnlicher Schritt, da die friedenspolitischen Bemühungen Berlins traditionell im Rampenlicht stehen.
In Berlin trafen sich hochrangige Staats- und Regierungschefs, darunter der Russe Wladimir Putin, der Türke Recep Tayyip Erdogan und der Franzose Emmanuel Macron. Der Verkehr war gestört, die Sicherheit eng: Die Bemühungen Deutschlands, einen Friedensprozess in Libyen in Gang zu setzen, waren ein gewaltiges Unterfangen.
In früheren Bemühungen – Friedensverhandlungen beispielsweise in Somalia, Kolumbien und Tunesien – hat Deutschland einen eher “stillen” Ansatz bevorzugt. Diese Bemühungen haben keine großen Wellen geschlagen, aber das war die Natur der deutschen Friedensdiplomatie, so Conrad Schetter vom Internationalen Konversionszentrum mit Sitz in Bonn, das sich auf Friedens- und Konfliktforschung konzentriert. “Sich wie ein sehr starker Vermittler zu verhalten, ist für Deutschland Neuland. Traditionell zieht es sicherere Wege vor, gemeinsam mit anderen zu handeln”, sagte er den Reportern.
Schetter sagte, Berlin sei oft ein Ort für solche Hintergrundgespräche gewesen. “Das Ziel war es, dass die politischen Akteure in Kontakt bleiben. Eine aufmerksamkeitsstarke, schillernde Politik zu entwickeln, war nicht der Hauptpunkt”, sagte er.
Dieser Ansatz hat seine Wurzeln in der deutschen Vergangenheit. Deutschland scheute sich nach zwei Weltkriegen lange Zeit vor einer herausragenden Rolle in der Konfliktvermittlung. “Dies ändert sich jedoch allmählich, da internationale Berater Deutschland zunehmend aufgefordert haben, sich stärker zu engagieren”, sagte Schetter. Und Deutschland nimmt langsam eine stärkere Rolle auf der Weltbühne ein.

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