Bundestag lehnt den Organspender-Vorschlag der Regierung ab

Das deutsche Parlament hat einen Vorschlag des Gesundheitsministeriums für ein neues Organspendesystem abgelehnt. Angesichts der geringen Spenderzahlen wünschte sich das Gesundheitsministerium ein System der mutmaßlichen Zustimmung, bei dem es den Menschen obliegt, die Spende abzulehnen.
Kann Stille als Zustimmung angesehen werden? Und ist es für den Staat vernünftig zu erwarten, dass Menschen, die nach ihrem Tod nicht bereit sind, ihre Organe zu spenden, dies klarstellen? Diese emotionalen Themen werden am Donnerstagmorgen im Bundestag erörtert, mit einer Abstimmung wird später am Tag gerechnet.
Welche drei Vorschläge stehen zur Debatte?
• Gesundheitsminister Jens Spahn, ein Christdemokrat, hat ein System der mutmaßlichen Zustimmung vorgeschlagen. Dies bedeutet, dass von Menschen angenommen wird, dass sie bereit sind, Organspender zu sein, es sei denn, sie machen deutlich, dass sie nicht bereit sind, zu spenden. Der Plan sieht auch eine doppelte Überprüfung bei Verwandten nach dem Tod der Person vor. ERGEBNIS: 229 für, 397 gegen – Bewegung fehlgeschlagen.
• Eine rivalisierende Fraktion von Parlamentariern unter der Führung der Grünen, Annalene Bärbock, will das System der Einwilligung nach Aufklärung beibehalten, bei dem sich die Menschen als freiwillige Spender registrieren müssen. Sie schlagen jedoch vor, die Bürger bei jeder Erneuerung ihres nationalen Personalausweises regelmäßig zu fragen, ob sie sich registrieren möchten.
• Die AfD hat eine dritte Option vorgeschlagen, die als wenig erfolgversprechend eingeschätzt wird. Dies schlägt vor, das gesamte Organspendesystem an eine unabhängige, aber staatlich finanzierte Einrichtung auszugeben.

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