Deutschland drängt auf Einigung der EU vor dem Nahost-Krisentreffen

Angesichts eines bevorstehenden Krieges treffen sich die EU-Außenminister in Brüssel, um Wege zu finden, um die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu entschärfen. Der Konflikt in Libyen und das jüngste Engagement der Türkei werden ebenfalls erörtert.
Die Außenminister der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union treffen sich am Freitagnachmittag in Brüssel zu einem seltenen Dringlichkeitstreffen nach den Turbulenzen der letzten Tage im Nahen Osten und in Libyen. Die Gespräche kommen eine Woche, nachdem die USA den iranischen Spitzengeneral Qassem Soleimani in einem Luftangriff getötet haben, was zu einer Reaktion des Iran auf Vergeltungsmaßnahmen führte und Besorgnis über einen umfassenden Konflikt auslöste. Vor dem Treffen forderte Bundesaußenminister Heiko Maas eine einheitliche europäische Strategie, um eine weitere Eskalation zu verhindern. “Am Freitag ist es unser Hauptziel, einen gemeinsamen Ansatz zum Abbau der Spannungen vor Ort zu vereinbaren”, sagte Maas gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine der obersten Prioritäten der EU-Außenminister wird es sein, Wege zu finden, um die USA und den Iran von einer weiteren Konfrontation abzuhalten. Obwohl sich offenbar sowohl Washington als auch Teheran von einer Eskalation des Konflikts zurückgezogen haben, will die EU einen Krieg oder eine Krise der nuklearen Verbreitung vor der Haustür vermeiden.
Die Staats- und Regierungschefs in Europa sind besonders besorgt darüber, dass der Irak in das Kreuzfeuer gerät und die im Kampf gegen die Militanten des “Islamischen Staates” (IS) im Land geleistete Arbeit rückgängig macht. “Als Europäer haben wir starke diplomatische Kanäle auf allen Seiten. Wir können nur Einfluss nehmen, wenn wir unser kollektives Gewicht in die Waage bringen”, sagte Maas.

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