Iranischen Millionärs-Mullahs, das Militär und der Kampf um die Fremdwährung

Die Revolutionsgarde, einst angeführt von dem ermordeten General Qassem Soleimani, ist eine mächtige Wirtschaftskraft im Iran. Da die Wirtschaft des Landes als potenzieller Krieg mit den USA in Gefahr gerät, wird ihr Einfluss wahrscheinlich zunehmen. Das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), zu dem neben dem regulären Militär (Artesh) die iranischen Streitkräfte gehören, ist ein wirtschaftliches Schwergewicht des Landes. Die meisten Experten sind sich einig, dass es mindestens ein Drittel der iranischen Wirtschaft über eine Vielzahl von Tochterunternehmen und religiösen Stiftungen kontrolliert. Zu Beginn dieses Jahres haben die Vereinigten Staaten die IRGC als terroristische Organisation ausgewiesen. Als US-Präsident Donald Trump am 3. Januar die Ermordung von General Qassem Soleimani anordnete, behauptete er, es handele sich um eine Verteidigungsmaßnahme. Soleimani war der verehrte Anführer einer Eliteeinheit innerhalb der IRGC, der Quds Force. Behzad Nabavi, ein iranischer Reformpolitiker und ehemaliger stellvertretender Parlamentspräsident, schätzt, dass 60 Prozent des Staatsvermögens nur vier Organisationen gehören:
• Bauhauptquartier von Khatam-al Anbiya (“Siegel der Propheten”), eine von der IRGC kontrollierte Unternehmensgruppe, die allgemein als Wirtschaftszweig der Organisation angesehen wird;
• Setad Ejraiye Farman-e Hazrat-e Emam (“Die Ausführung von Imam Khomeinis Befehl”), auch einfach als Setad bekannt, der eine Reihe von Beteiligungen wie Finanz-, Öl- und Telekommunikationsunternehmen umfasst;
• Bonyade Mostazafin (“Stiftung der Unterdrückten”), die nach der Islamischen Revolution auf der Grundlage von Eigentum gegründet wurde, das von Funktionären des Schah-Regimes beschlagnahmt wurde;
• und Astan Quds Razavi (“Das Heiligtum von Imam Reza”), dem mehr als fünfzig Unternehmen und Fabriken gehören.
Als Reaktion auf diese Behauptungen reichte die Revolutionsgarde im vergangenen Herbst vor Gericht eine förmliche Beschwerde ein, wonach der Anteil der vier Organisationen am Staatsvermögen weniger als 2 Prozent beträgt, berichtete das Online-Magazin Iran Journal. Obwohl die iranische Regierung in den letzten Jahren die Privatisierung von Teilen der Wirtschaft forciert hat, ist die Kluft zwischen privaten, staatlichen, militärischen und religiösen Sektoren trübe.

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