Die EastMed-Gaspipeline steckt voller Fragen

Griechenland, Zypern und Israel haben alle den politischen Willen, einen Vertrag über eine Gaspipeline im östlichen Mittelmeerraum zu unterzeichnen. Aber ist das Projekt das Geld wert?
Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis, der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu und der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades waren am Donnerstag bei einer Zeremonie anwesend, bei der ihre jeweiligen Energieminister einen massiven Pipeline-Vertrag in der griechischen Hauptstadt unterzeichneten. Das EastMed-Projekt ist eine Unterwasser-Pipeline mit einer Länge von 1.900 Kilometern, mit der bis 2025 israelisches Erdgas nach Europa geliefert werden soll. Italien wird voraussichtlich der größte einzelne Abnehmer des israelischen Erdgases sein, aber mehrere andere südeuropäische Länder können davon profitieren das Projekt auch. Die EastMed-Pipeline wird die längste Unterwasser-Pipeline der Welt sein, schrieb eine Zeitung aus Athen, während die wirtschaftsfreundliche Zeitung Phileleftheros das Abkommen als “historisch” bezeichnete. Das Projekt scheint auch die Energiediplomatie in der Region anzukurbeln: Am kommenden Wochenende werden Außenminister aus Ägypten, Griechenland und Zypern weitere neue Projekte in Kairo erörtern, und am 7. Januar wird US-Außenminister Mike Pompeo nach Zypern reisen.
Dennoch scheint es keinen Mangel an neuen Pipeline-Projekten zu geben. Am 8. Januar planen der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan die Eröffnung der Pipeline Turkish Stream, die durch das Schwarze Meer führt. Das Projekt soll russisches Gas nach Europa liefern. Es bleibt abzuwarten, ob EastMed und Turkish Stream sich ergänzen oder miteinander konkurrieren werden.

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