Lufthansa droht Streikwarnung bei Schiedsverfahren

Die in Frankfurt ansässige Gewerkschaft Independent Flight Attendant Organization (UFO) gab bekannt, dass sie am späten Freitagnachmittag Ortszeit (1600 UTC) Einzelheiten zur Einstellung ihres YouTube-Kanals bekannt geben werde. UFO-Sprecher Nicoley Baublies teilte der deutschen Nachrichtenagentur DPA mit, dass ein über Weihnachten zurückgehaltener Streik vor Jahresende geplant sei. Ein Streik im November führte zur Streichung von 1.500 Flügen der Lufthansa-Kernflotte, von denen rund 200.000 Passagiere betroffen waren. An den monatelangen Streiks waren zuvor die kleineren Tochtergesellschaften der Gruppe beteiligt. Lufthansa und die Gewerkschaft streiten sich seit Monaten über verschiedene Fragen der Arbeitsbeziehungen. Die Umrisse einer möglichen Einigung gipfelten darin, dass Lufthansa Personalchefin Bettina Volkens von ihrem Posten gestrichen hat, Berichten zufolge wegen ihres gemäßigten Ansatzes. Ein Sprecher der Lufthansa-Geschäftsführung sagte am Donnerstag: “Wir sind nach wie vor an einem großen Schiedsverfahren interessiert. Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung.” In der Vergangenheit hatte Lufthansa nach einem gewerkschaftsinternen Führungskampf die Vertretung von mindestens 22.000 Flugbegleitern durch UFO in Frage gestellt. Vor Weihnachten luden zwei Schiedsrichter – der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck von den linksliberalen Sozialdemokraten – zu Gesprächen ein. Die Schiedsrichter trafen sich mit Vertretern beider Seiten, aber UFO beschrieb die Begegnung am vergangenen Sonntag als “nicht erfolgreich”.
Die Gewerkschaft fordert auch die Rücknahme von Kündigungserklärungen und Klagen gegen ehemalige und aktuelle Gewerkschaftsmitglieder.

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