HIV, sexuelle Infektionen steigen unter Rohingya in Bangladesch

Die HIV-Infektionen unter den Rohingya in Bangladesch nehmen seit Monaten zu. Experten machen soziales Stigma und mangelndes Bewusstsein für die Ausbreitung der Krankheit verantwortlich.
Laut medizinischen Experten sind Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch zunehmend anfällig für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen. Nach neuesten Angaben der bangladeschischen Regierung wurden bisher 395 Rohingya, die in Flüchtlingslagern in Cox’s Bazar leben, mit dem tödlichen Virus infiziert. In diesem Jahr wurden 105 neue Fälle identifiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte laut Experten weit über der offiziellen Zahl liegen. Sie fordern die Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Krankheiten zu kontrollieren. Die Rohingya sind eine ethnische Minderheit in Myanmar, die vom indischen Subkontinent abstammt. Seit mehreren Jahrhunderten leben sie überwiegend in Myanmars westlichem Bundesstaat Rakhine – auch bekannt als Arakan. Sie sind überwiegend Muslime. Sie werden von der Regierung nicht offiziell als Bürger anerkannt, und seit Jahrzehnten wird der buddhistischen Mehrheit in Myanmar vorgeworfen, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt zu sein.
Mehr als 730.000 Rohingya flohen aus Rakhine, nachdem das myanmarische Militär 2017 scharf gegen sie vorgegangen war, und wurden in bangladeschische, ärmliche Lager jenseits der Grenze gezwungen.

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