Frankreich setzt bewaffnete Drohnen in der Sahelzone ein

Das französische Militär wird nun im Rahmen seines siebenjährigen Kampfes gegen islamistische extremistische Gruppen in der afrikanischen Sahelzone bewaffnete Drohnen einsetzen. Präsident Emmanuel Macron wird die Region voraussichtlich bald besuchen. Im Rahmen der französischen Barkhane-Mission in Niger, Mali und Burkina Faso wurden in den USA gebaute Reaper-Drohnen mit lasergesteuerten Raketen eingesetzt, teilte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Donnerstag mit. Die Drohnen werden seit 2014 zur Überwachung der Mission eingesetzt, können nun aber auch Ziele angreifen. “Dies ist eine neue Fähigkeit, keine Änderung der Doktrin. Die Einsatzregeln für bewaffnete Drohnen sind genau die gleichen wie für Kampfflugzeuge”, sagte Parly. In Paris sagte Parly, die Drohnen seien auf einem Luftwaffenstützpunkt in der nigerianischen Hauptstadt Niamey erfolgreich getestet worden. Der Einsatz von bewaffneten Drohnen wird kontrovers diskutiert. Menschenrechtsgruppen behaupten, das Steuern von Waffen aus der Ferne könne die Kriegsführung entmenschlichten. Die USA wurden dafür kritisiert, dass sie in Kampagnen in Afghanistan, Pakistan und Jemen eingesetzt wurden. Frankreich hat eine 4.500 Mann starke Truppe namens Operation Barkhane, die mehrere Sahelländer unterstützt, die in den letzten sieben Jahren einen Aufstand extremistischer Gruppen bekämpft haben. Anfang dieses Monats griffen extremistische Kämpfer ein Militärlager im Westen Niger an, bei dem 71 Personen starben. Der französische Präsident Emmanuel Macron wird voraussichtlich dieses Wochenende das Land besuchen. Im November kamen 13 französische Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz in Mali ums Leben. Die internationale MINUSMA-Mission in Mali, die auch für die Stabilisierung der Region zuständig ist, umfasst derzeit rund 15.000 Soldaten und Polizisten, einige davon aus Deutschland. Frankreich wird voraussichtlich im Januar ein Gipfeltreffen zum laufenden Konflikt mit den Präsidenten von Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger ausrichten.

Facebook
Twitter