Depressionen – bei Frauen und Jugendlichen über EU-Durchschnitt

Eine neue Studie ergab, dass Deutschland den zweithöchsten Anteil an Menschen mit depressiven Symptomen aufweist. Die Autoren sagten, dass mehr Anstrengungen unternommen werden müssten, um Prävention und Betreuung für jüngere Menschen zu gewährleisten. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Robert Koch-Instituts wies in Deutschland fast jeder zehnte Mensch depressive Symptome auf. Die Studie ergab, dass 9,2% der Befragten Anzeichen von depressiven Symptomen zeigten, die Forscher als Indikator für Depressionen verwendeten. Dieser Wert lag über dem EU-Durchschnitt von 6,6%. “Die Ergebnisse für Deutschland deuten auf eine besonders hohe Prävalenz depressiver Symptome hin”, heißt es in der Studie. Im Allgemeinen gaben Frauen mit 10,8% bzw. 7,6% an, häufiger Depressionssymptome zu haben als Männer. “Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern stimmt mit anderen internationalen Ergebnissen überein”, heißt es in der Studie. “Neben biologischen Faktoren wird derzeit die höhere Prävalenz von Frauen im Hinblick auf die Kumulierung psychosozialer Faktoren diskutiert.” Die Studie ergab auch, dass depressive Symptome bei jungen Menschen im Vergleich zum EU-Durchschnitt mit 11,5% gegenüber 5,2% häufiger auftraten. “Diese Ergebnisse sollten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Alters- und Sozialstrukturen diskutiert werden und auf die Notwendigkeit der Prävention und Versorgung insbesondere jüngerer Menschen in Deutschland hinweisen”, heißt es in der Studie. Die Prävention und Behandlung von Depressionen ist seit Anfang der 2000er Jahre ein nationales Gesundheitsziel in Deutschland. Über 250.000 Menschen in Deutschland haben an der Umfrage teilgenommen.

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