Bundeswehr setzt Militärrabbiner zur Bekämpfung des Antisemitismus ein

Das deutsche Militär wird Rabbiner einstellen, nachdem es jahrzehntelang die christliche Seelsorge zugelassen hat. Der Schritt soll dazu beitragen, den Antisemitismus in den Streitkräften zu bekämpfen.
Nachdem sich die Bundesregierung am Mittwoch auf die Unterzeichnung eines Staatsvertrages mit dem Zentralrat der Juden geeinigt hatte, soll das deutsche Militär Rabbiner als Kapläne einstellen. Mit dem Kabinettsbeschluss, der im Parlament verabschiedet werden muss, wird Deutschlands wichtigste jüdische Organisation Kandidaten für die jüdische Seelsorge in den Streitkräften vorschlagen, und die Bundeswehr wird die endgültige Auswahl treffen. In großen christlichen Glaubensgemeinschaften sind seit Jahrzehnten Seelsorger in der Bundeswehr vertreten, die durch einen Vertrag mit den Kirchen geregelt werden. Von den rund 180.000 Soldaten sind rund 90.000 freiwillig als Christen registriert. Sie werden von protestantischen und katholischen Pastoren betreut. “Wir haben heute auf der Kabinettssitzung ein wichtiges Signal an unsere jüdischen Soldaten gesendet”, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Twitter. “Nach rund 100 Jahren werden wir wieder einen jüdischen Militärrabbiner in die #Bundeswehr einsetzen. Ein klares Bekenntnis: Jüdisches Leben ist in unserem Land selbstverständlich.”

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