Konservative verbieten nun doch die Tabakwerbung

Der konservative Block von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat seine langjährige Opposition gegen die Eindämmung der Tabakwerbung eingestellt. Fürsprecher der Gesundheit begrüßen den Durchbruch und warnen, dass Deutschland mehr tun muss, um junge Menschen zu schützen. Die deutschen Christdemokraten (CDU) und ihre bayerische Schwesterpartei, die CSU, haben einen Plan unterstützt, die Tabakwerbung im Außenbereich ab 2022 auslaufen zu lassen. Das Thema war seit langem Gegenstand von Debatten innerhalb des regierenden konservativen Blocks des Landes, mit dem es zu kämpfen hatte zu einem gemeinsamen Standpunkt gelangen und frühere Bemühungen zur Einführung eines solchen Verbots blockiert haben. In einem am Dienstag von der Fraktion des Blocks gebilligten Strategiepapier heißt es, der Schritt sei notwendig, um “dem größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko unserer Zeit” zu begegnen. Das Dokument wies auch darauf hin, dass Deutschland das einzige Land in der Europäischen Union ist, das noch Werbung im öffentlichen Raum erlaubt. Die Zeitung schlägt vor, Tabakwerbung auf Außenwerbeplakaten und Werbetafeln ab dem 1. Januar 2022 einzudämmen. Außerdem wird ein Verbot der Zigarettenwerbung in Kinos ab 2021, der Werbung für Produkte zum Erhitzen von Tabak ab 2023 und der Werbung für E-Zigaretten ab 2024 gefordert. In Deutschland sterben jährlich rund 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Seit Jahren fordern die Befürworter des Gesundheitswesens, dass die Politik auf Tabakwerbung abzielt. Klaus Reinhardt, Vorsitzender der Bundesärztekammer, begrüßte die Entscheidung der CDU/CSU mit den Worten, es sei “höchste Zeit, die Jugendlichen vor dem Rauchen und den damit verbundenen schwerwiegenden Gesundheitsrisiken zu schützen”. Eine kürzlich durchgeführte Studie hat gezeigt, dass zwar weniger Deutsche Zigaretten rauchen, E-Zigaretten jedoch vor allem bei jungen Menschen immer beliebter werden.

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