Augsburger Vermieter für die Vermietung ausschließlich an Deutsche bestraft

Ein 81-jähriger Vermieter kündigte an, sein Eigentum nur an Deutsche zu vermieten. Diskriminierung ist ein unterbestraftes Problem auf dem Immobilienmarkt. Ein deutscher Vermieter wurde am Dienstag mit einer Geldstrafe belegt, weil er Werbung gemacht hatte, die er nur an deutsche Staatsbürger vermieten würde. Der 81-Jährige wurde wegen diskriminierender Werbung zu einer Geldstrafe von 1.000 € verurteilt, nachdem ein potenzieller Mieter aus Burkina Faso abgelehnt und bei den Behörden angezeigt worden war. Ein Amtsgericht in der südlichen Stadt Augsburg untersagte dem Vermieter die Schaltung weiterer Anzeigen, die sich nur auf Deutsche beschränken und mit höheren Bußgeldern bedroht sind. “Diese offenkundige Diskriminierung von Ausländern ist einfach nicht hinnehmbar”, sagte Richter Andreas Roth. Der Beschwerdeführer, der aus München umzog, teilte dem Gericht mit, dass der Vermieter ein Einführungsgespräch schnell beendet habe, nachdem er festgestellt habe, dass der Beschwerdeführer Ausländer sei. Der Vermieter teilte dem Gericht mit, dass er in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit einem türkischen Drogendealer hatte, von dem er behauptete, er habe seine Wohnung gemietet. “Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen eines Landes”, erwiderte der Richter. Etwa 70% der Ausländer in Deutschland fühlen sich auf dem deutschen Wohnungsmarkt diskriminiert. Selbst finanziell wohlhabende Bewerber ohne deutschen Pass fühlten sich benachteiligt. Auch die Religion spielte eine wichtige Rolle, wobei muslimische und jüdische Bewerber eine viel schwierigere Zeit hatten als Christen. Fälle von Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt sind jedoch in der Regel schwer zu überwachen. In früheren Fällen wurden Personen mit fremdsprachigen Nachnamen keine Interviews gewährt, die Miete nur für ausländische Mieter in einem Wohnhaus erhöht oder die Vermietung an schwule Personen verweigert.

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