US-Regierung über inneriranische Proteste: “Viele, viele Hunderte” gelten als tot

Die Massenproteste im Iran haben möglicherweise mehr Menschen getötet als bisher angenommen. Einem Sonderbeauftragten der US-Regierung zufolge könnte es mehr als tausend Tote geben.
Im Iran kam es Mitte November zu landesweiten Protesten gegen eine von der Regierung angeordnete Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung des Kraftstoffs. Sicherheitskräfte wandten sich gewaltsam dagegen. Laut Amnesty International kamen 208 Menschen ums Leben. Trotzdem sind seit der islamischen Revolution 1979 so viele Menschen bei den jüngsten Unruhen wie bei den Unruhen im Land ums Leben gekommen. Hook sprach auch von der schlimmsten politischen Krise für das Regime seit 40 Jahren. Die regierenden Ayatollahs hätten die Unterstützung großer Teile der Bevölkerung längst verloren, sagte er. Als Reaktion auf die Unterdrückung der Proteste hatte die US-Regierung die Iraner gebeten, über eine sichere Kommunikationsplattform Berichte, Videos und Fotos über Menschenrechtsverletzungen an das Außenministerium zu senden. Bisher gab es rund 32.000 Anträge, mit denen die Regierung das Ausmaß der Unterdrückung besser einschätzen konnte, sagte Hook. In einem Fall benutzten Soldaten der Revolutionsgarde automatische Gewehre, um das Feuer auf Demonstranten zu eröffnen, die vor den Sicherheitskräften geflohen waren, sagte er. Mindestens hundert Menschen wurden getötet. Auch aus Teheran gibt es Berichte über Hunderte Tote. Im Ausland veröffentlichte Opfer wiesen die iranische Regierung zurück.

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