Sogenanntes „Zyklusprinzip“ macht Server zu Heizkörpern

Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, müssen Unternehmen effizienter sein. Hier könnten zyklische Ansätze – wie das Heizen mit dem Internet oder sogar mit Industriewärme – Abhilfe schaffen.
Fahrräder regieren die Welt: Es regnet. Wasser sickert weg, steigt in Flüssen und Ozeanen wieder an die Erdoberfläche – und verdunstet, um wieder in Wolken gebunden zu werden. Der Wasserkreislauf ist ein typischer Lebenszyklus. Und wenn das in der Natur funktioniert, warum nicht auch in der Wirtschaft?
Zum Beispiel mit Wasserstoff. Das gasförmige Element kann sehr leicht mit Elektrizität erzeugt werden. Daher kann es als Reservoir genutzt werden, um Produktionsspitzen nachhaltiger Energiequellen aufzunehmen und später bei Bedarf durch Verbrennung wieder freizusetzen. Ein perfekter Zyklus also. Das leicht entzündliche Gas wird als Energiequelle gesucht; damit umzugehen ist jedoch riskant.
Dies könnte durch Hydrogenious LOHC Technologies geändert werden. Das vor sechs Jahren aus der Universität Erlangen ausgegliederte Unternehmen verwendet jetzt ein neues Verfahren auf dem Markt, um Wasserstoff in einem firmeneigenen Öl namens LOHC zu binden. Dadurch kann das Gas sicher gelagert und transportiert werden. Auch die Kosten sind begrenzt: Ein Kubikmeter Öl nimmt genug Wasserstoff auf, um zwei Megawattstunden Energie zu produzieren – so viel Strom verbraucht ein Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich pro Jahr. Das Öl kann immer wieder verwendet werden, so dass sich die Erstinvestition von 3000 Euro relativ schnell auszahlt. “Es ist wie mit einem Mehrwegflaschensystem – ein perfekter Kreislauf”, sagt Dr. Daniel Teichmann, Geschäftsführer von Hydrogenious LOHC Technologies. Das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern hat bisher zehn Werke gebaut. Und die aktuelle Renaissance des Kraftstoffs Wasserstoff beflügelt weiterhin die Visionen: Mit dem Speicheröl könnten neben der Versorgung von Wasserstofftankstellen auch Schiffsenergietransporte aus sonnen- und windreichen Ländern nach Europa ermöglicht werden. Auf diese Weise könnte ein globaler Zyklus entstehen. Energie wird dort erzeugt, wo der Überfluss am größten ist und dorthin gebracht, wo er gebraucht wird. “Das wird sich in Zukunft nicht ändern”, sagt Teichmann.
Solche und ähnliche Zyklen könnten die Energiewirtschaft revolutionieren – zum Wohle von Mensch, Wirtschaft und Umwelt. Zu oft wird jedoch jeder Sektor als solcher betrachtet: Mobilität, Energieerzeugung, industrielle Fertigung oder Bauwesen. Um die geplanten Klimaziele zu erreichen, muss Deutschland jedoch effizienter mit Ressourcen umgehen. Mehr Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz sollten dies ermöglichen.

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