Angst vor Macrons Wut: NATO-Gipfel von Partnerstreit überschattet

Trump, Macron, Erdogan: Die NATO fürchtet beim Jubiläumsgipfel in London drei Unruhestifter. Osteuropa hofft auf Vermittlung durch Merkel. Für diese Woche war ein feierliches Jubiläumstreffen zum 70. Geburtstag der NATO in London geplant: Empfang der 29 NATO-Regierungschefs im Buckingham Palace, gemeinsames Abendessen am Dienstag, Mittwoch, eine kurze Arbeitssitzung mit einer freundlichen Abschlusserklärung zur Bedeutung von die weltweit größte militärische Allianz. Drei Regierungschefs drohen jedoch, das Festival zu stören: US-Präsident Donald Trump hält die deutschen Verteidigungsausgaben weiterhin für zu niedrig. “Deutschland ist das einzige Land, das noch keinen Plan zur Erreichung des Zwei-Prozent-Ziels vorgelegt hat”, sagte US-Botschafter Richard Grenell am Montag. Trump selbst sagte, kurz bevor er zum Gipfel aufbrach, hätten die USA “viel zu viel” gezahlt. Noch besorgter äußerte sich der französische Präsident Emmanuel Macron in seiner Bitte um eine Diskussion im NATO-Plenum über den Zweck des Bündnisses. In einem Interview vor drei Wochen forderte er einen umfassenden Angriff und nannte die NATO “brain dead”. Schlimmer noch, er stellte die Aid 5 des Bündnisses in Frage und forderte mehr Unabhängigkeit Europas von den USA und eine Annäherung an Russland. Aus der Türkei wiederum wurde berichtet, Präsident Recep Tayyip Erdogan könne die Einstufung der syrisch-kurdischen Miliz YPG als Terrororganisation zur Bedingung für die Genehmigung aller Entscheidungen machen. Auf jeden Fall herrschten im NATO-Hauptquartier Wut und Unverständnis vor dem Gipfel – vor allem über Macron.

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