Warum Führertypen keine guten Chefs sind

Der inkompetente Chef – ist er in Zeiten ausgefeilter Rekrutierungsmethoden nur ein Stereotyp von TV-Serien wie “The Office”? Dem Autor glaubend, ist die Antwort klar: nein. Noch schlimmer ist es, schreibt der argentinische Organisationspsychologe, der als Universitätsprofessor in London gearbeitet hat, in seinem nun in deutscher Übersetzung erschienenen Buch “Warum sind so viele inkompetente Männer in Führungspositionen” (Haffmanns Tolkemitt). Inkompetente Chefs sind daher nicht nur ein weltweites Phänomen, sondern meist auch männlich. Chamorro-Premuzic zufolge gibt es keine Pseudokorrelation: Immerhin gibt es mehr Männer in Führungspositionen, so dass es mehr Fehlgeburten unter ihnen geben muss. Er sieht sogar einen Kausalzusammenhang: Weil Männer häufiger Narzisstiker und selbstüberschätzende Psychopathen sind, wären sie auch überproportional in Führungspositionen – mit fatalen Konsequenzen für Unternehmen. Der Autor spricht aus seiner eigenen schmerzhaften Erfahrung, wie er schreibt. Seine Heimat Argentinien sei das beste Beispiel für die Richtigkeit seiner These, stellt er sarkastisch fest. Dies gibt ihm den Antrieb, “Organisationen zu helfen, unfähige Führer zu vermeiden und ihre bestehenden Führer weniger wirkungslos zu machen”, außerhalb seines hoffnungslosen Heimatlandes. Wenn viele Manager nicht geeignet sind, Menschen zu führen, beruht ihr Aufstieg auf einem Missverständnis. Fachkompetenz ist nicht dasselbe wie Führungskompetenz – und vermeintliche Kompetenz ist manchmal nur ein erfolgreicher Beweis für Übermut und selbstbewusstes Verhalten. Eigenschaften, die der eine oder andere Chef – und aufstrebende Kollegen – kennen sollten.

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