Neue Migranten setzen Deutschlands etablierte Kriminalitätsbanden unter Druck

Immer mehr Ausländer stehen im Verdacht, mit der organisierten Kriminalität in Deutschland in Verbindung zu stehen, teilten die Behörden dem ARD mit. Neuzuwanderer treten häufig als Konkurrenz zu etablierten arabisch-libanesischen Clans auf. Neuankömmlinge aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern verändern die Struktur der organisierten Kriminalität in Deutschland, teilten Vertreter der Bundespolizei dem ARD in einem neuen Dokumentarfilm mit, der am Montagabend ausgestrahlt werden soll. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bei der Untersuchung von Familien mit arabischem Hintergrund eine steigende Zahl von Verdächtigen mit ausländischen Pässen festgestellt. “In rund einem Drittel der Verfahren gehörten zu den Verdächtigen auch Zuwanderer – und das bedeutet, dass wir dieses Phänomen sehr genau beobachten müssen”, sagte BKA-Chef Holger Münch. Die deutschen Behörden kämpfen bereits gegen alteingesessene sogenannte Clans mit Verbindungen zur arabischen Welt, insbesondere gegen kriminelle Familien mit libanesischem Hintergrund. Die neu angekommenen Syrer und Iraker hätten solche Organisationsstrukturen laut Münch noch nicht aufgebaut. Münch warnte jedoch davor, die Fehler der deutschen Behörden in den 1970er Jahren zu wiederholen, als eine große Anzahl libanesischer Migranten ins Land zogen. Die Folgen zeigen, dass “solche Dinge jahrelang nicht weitergehen dürfen – das ist meiner Meinung nach die größte Lektion, die wir aus der Entwicklung in den letzten 30 Jahren lernen müssen.”

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