Deutsche Politiker fordern die Türkei auf, den Anwalt der Botschaft freizulassen

Eine “Provokation” aus Ankara und ein “außenpolitischer Skandal”: Deutsche Politiker sind empört über die Inhaftierung eines Anwalts, der an Asylfällen gearbeitet hat. Dutzende von Dokumenten sind jetzt bei den türkischen Behörden. Die Inhaftierung eines türkischen Anwalts, der mit der deutschen Botschaft in Ankara zusammengearbeitet hatte, hat in Deutschland Empörung ausgelöst, und Beamte aus dem gesamten politischen Spektrum forderten die Freilassung des Anwalts. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, die Verhaftung sei “in keiner Weise nachvollziehbar” und er werde das Thema beim G20-Außenministergipfel in Japan mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu zur Sprache bringen. “Wir glauben, dass es eine schnelle Lösung geben muss, und das werde ich natürlich meinem Kollegen hier sagen”, sagte Maas. Der Anwalt hatte die Botschaft in Ankara bei der Untersuchung von Asylfällen türkischer Staatsbürger in Deutschland unterstützt. Die türkischen Behörden haben ihn der Spionage beschuldigt und Dokumente über Dutzende von Asylbewerbern beschlagnahmt, als sie den Mann im September festnahmen. Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bezeichnete die Situation als “außenpolitischen Skandal”. Laut BAMF-Präsident Hans-Eckhard Sommer ist es in Europa üblich, dass Botschaften Anwälte vor Ort beschäftigen, um Asylanträge zu untersuchen, berichtete Die Welt.

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