Russland startet eigenes Internet

Mit einem umstrittenen Internetgesetz, das heute in Kraft getreten ist, will Russland sich gegen Cyberangriffe schützen. Kritiker sehen darin eher eine Ausweitung staatlicher Kontrolle. Doch noch hinkt die Umsetzung hinterher. Russland will Souveränität – auch im Netz. Das heißt: Russland will unabhängig sein vom World Wide Web und sich sein eigenes Internet unter kompletter Staatskontrolle errichten. Aus Sicherheitsgründen, heißt es zur Begründung von der Moskauer Regierung. Man müsse schließlich bei einem möglichen Cyberangriff aus dem Ausland oder bei sonstigen Gefahren ein autonomes Internet haben. Deshalb hat der Kreml das umstrittene Internetgesetz entworfen, das heute in Kraft getreten ist. Es sieht unter anderem den Aufbau einer neuen Netz-Infrastruktur vor, ein nationales Domain-System. So will die Regierung gewährleisten, dass das Internet in Russland auch dann noch funktioniert, wenn es von der Außenwelt abgeschnitten ist – quasi als Intranet. Mit dem Gesetz sollen alle in Russland arbeitenden Internet-Provider dazu verpflichtet werden, nur noch diese russischen Domains zu nutzen – und darüber hinaus auch noch Technik zu installieren, die den staatlichen Behörden den direkten Zugriff auf ihre Kanäle garantiert. Dadurch sollten Daten und Inhalte leichter blockiert werden können. Und Russland, so der Kreml, könne sich so ideal vor Cyber-Angriffen schützen.

Facebook
Twitter