Häusliche Pflege – Altersarmut bei Frauen

Frauen sind besonders häufig von Altersarmut betroffen. Das liegt auch daran, dass besonders viele ihre Angehörige pflegen. Der Sozialverband Deutschland sucht in einer Studie Auswege aus dem Dilemma – mit klaren Forderungen an die Politik. Für den Präsidenten des Sozialverbands, Andreas Bauer, ist das Hauptproblem die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Sei die Belastung zu groß, würden viele teilweise oder ganz aus dem Beruf aussteigen. Die Folge: Einkommenseinbußen und Altersarmut seien nicht zu vermeiden. Zwar gebe es Rentenpunkte für Sorgearbeit, sagt die Leiterin des Gutachtens, Katja Knauthe, doch die seien zu gering – auch weil sie lediglich auf einem fiktiv errechneten Einkommen basierten. “Und wenn sie zusätzlich Hilfe in Anspruch nehmen, also professionelle Hilfe in Form von ambulanten Pflegekräften, dann reduziert sich dieser Beitrag zur Rentenversicherung noch einmal um 30 bis 50 Prozent”, kritisiert sie. Fast 60 Prozent der Menschen, die im Alter nur Grundsicherung beziehen, sind weiblich. Tatsächlich sei das Armutsrisiko im Alter für Frauen aber viel höher, schätzt die Wissenschaftlerin. Denn belastbare Zahlen fehlen.

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