Ankara schützt deutsche Steuerbetrüger

Die Regeln der OECD zum Austausch von Kontoinformationen gelten als Meilenstein im Kampf gegen weltweite Steuerhinterziehung. Seit 2014 haben sich 100 Staaten verpflichtet, Informationen über Name und Guthaben von Kontoinhabern untereinander automatisch auszutauschen. Damit soll ein weit verbreitetes Steuerschlupfloch geschlossen werden, für das lange Zeit die Schweiz als Negativbeispiel stand. Ausländer, die dort ihr Geld anlegten, konnten lange sicher sein, dass ihr heimischer Fiskus davon nichts erfährt. Den Wohnsitzländern der Anleger entgingen so Milliarden an Steuereinnahmen. Doch längst hat sich die Schweiz internationalem Druck gebeugt und ihr Bankgeheimnis gelüftet. Die OECD sorgt mit ihren Regeln für mehr Transparenz beim internationalen Geldverkehr. Auch die Türkei hat sich dazu verpflichtet. Doch das zuständige Bundeszentralamt für Steuern in Bonn wartet nach Recherchen des Hessischen Rundfunks bislang vergeblich auf Daten aus Ankara. “Mit Deutschland hat bisher kein automatischer Informationsaustausch zu den in der Türkei von in Deutschland steuerpflichtigen Personen gehaltenen Finanzkonten stattgefunden”, so das Berliner OECD-Büro auf Anfrage.

Facebook
Twitter