Aufhebung des Zölibats – zumindest teilweise

Die Amazonassynode im Vatikan schloss am Samstag ihre Arbeiten mit einer revolutionären Forderung ab: Dort versammelte Bischöfe fordern, auch verheiratete Männer zum katholischen Priesteramt zuzulassen – und damit das teilweise Ende des Pflichtzölibats einzuleiten. Schluss wäre so mit der „vollkommenen und immer währenden Enthaltsamkeit um des Himmelreichs willen“, die das Kirchenrecht bisher vorsieht und die seinen Dienern helfen solle, „sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen zu können“. Wenigstens im Amazonasgebiet sollen dagegen zukünftig, wenn es nach der gerade abgeschlossenen Synode geht, auch verheiratete Diakone den Zugang zum Priesteramt erhalten. Zwar bekräftigte die Synode, dass es ihr mit diesem Vorschlag nicht um die generelle Abschaffung des Zölibats, sondern lediglich um eine Ausnahmeregelung für eine unter extremem Priestermangel leidende Region gehe. Dass die Folgen weiterreichender sein könnten, wittern jedoch Koservativen. Der deutsche Kardinal Walter Brandmüller aus der konservativen Ecke der Zölibatsfans äußerte sich sehr deutlich und sprach von einem „faulen und durchsichtigen Trick“ eines „Grüppchens von Ideologen“, denn es gehe „ nicht um Amazonas – es geht ums Ganze“.

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