E-Zigarette darf nicht mit “Genuss ohne Reue” beworben werden

Die Wettbewerbszentrale kann zufrieden sein. Sie hat sich mit ihrer Klage gegen die E-Zigaretten-Firma Niko Liquids durchgesetzt: Das Unternehmen aus Essen darf bestimmte Werbeaussagen nicht mehr verwenden, entschied das Landgericht Essen am Freitag. Die Firma hatte mit dem Slogan “Genuss ohne Reue” und “apothekenreine Premium Liquids” geworben. Damit ist jetzt Schluss. Denn “Genuss ohne Reue” ist, so die Richter, eine gesundheitsbezogene Angabe, die suggeriere, dass die Liquids unbedenklich seien. Auch der Werbespruch “apothekenreine Premium Liquids” dürfe nicht mehr verwendet werden, weil es für “apothekenrein” keine eindeutige Definition gebe, sagte ein Gerichtssprecher. Der Verbraucher wisse nicht, was damit gemeint sei. Außerdem seien bei Liquids bestimmte Inhaltsstoffe vorgeschrieben, die selbstverständlich rein sein müssten. Und Werbung mit Selbstverständlichkeiten sei in Deutschland untersagt. Nach Ansicht der Wettbewerbszentrale ist die Aussage “Genuss ohne Reue” per se irreführend, weil E-Zigaretten nach Einschätzung etwa des Deutschen Krebsforschungszentrums gesundheitlich nicht unbedenklich seien. Dagegen hatte das Unternehmen Niko Liquids zuvor die Ansicht vertreten, bei dem Slogan “Genuss ohne Reue” handele es sich um die Beschreibung eines Lifestyles. Am Freitag war Niko Liquids für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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