Trumps Taktik in der Ukraineaffäre – (s)eine verdrehte Welt

US-Präsident Donald Trump – ein politischer Überlebenskünstler, dessen Erfolg auf einem Mechanismus beruht, welchen man in der Psychologie als ‘Projektionen’ bezeichnen würde. Nun schickt er sich an, sich eben jenes „Konzept“ auch in der Ukraineaffäre zunutze zu machen. Denn meisterhaft beherrscht es der US-Präsident, in seinem Sinne die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen. Dabei ist seine Taktik, sofort vom eigenen Fehlverhalten abzulenken, indem er seinen Opponenten die gleichen – mindestens – oder gar noch unerheuerliche Taten unterstellt. Beispielhaft dafür war der US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, als er auf prinzipiell jedes ihm vorgeworfene Fehlverhalten einfach auf seine Gegenkandidatin zeigte: „Aber Hillarys E-Mails!“

Nun aber argumentieren die US-Demokraten, er habe wohlmöglich gegen die Verfassung sowie seinen Amtseid verstoßen. Und zwar mit seinem Vorgehen in der Ukraineaffäre, die aus den – inzwischen vielfach belegten – Versuchen resultierte, sein Amt zu nutzen, um politischen Schmutz gegen seinen potenziellen demokratischen Rivalen Joe Biden publik zu machen. Dies bezeichnet er als „völlig in Ordnung“ und im selben Atemzug bezeichnet er direkt Joe Biden und seinen Sohn, Hunter Biden, als „korrupt“ – bleibt Belege hierfür jedoch bislang schuldig. Aber auf Wahlkampfveranstaltungen brüllen seine Anhänger lauthals und unbeirrbar im Chor: „Sperrt ihn ein!“

Geradezu eine Eins-zu-eins Kopie des Wahlkampfs 2016 gegen Hillary Clinton, wenn skandiert wurde „Lock her up! (Sperrt sie ein!).

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